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Forschung

DFG-Projekt "Effekte von Übergängen im Lebensverlauf auf gesundheitliche Ungleichheiten. Zum Einfluss partnerschafts- und berufsbezogener Veränderungen auf die Gesundheit von Männern und Frauen" (AR 811/2-1)

(Projektlaufzeit: 2017-2020)

Forschungsfragen: Das Projekt zielt auf eine Verbesserung des Verständnisses der Entstehung und Reproduktion gesundheitsbezogener sozialer Ungleichheiten in Folge von Übergängen im Lebensverlauf. Basierend auf theoretischen Annahmen des Modells kumulativer Vor-/Nachteile untersuchen wir erstens Auswirkungen von Übergängen in den Bereichen Partnerschaft und Erwerbstätigkeit auf Veränderungen des Gesundheitszustands. Zweitens untersuchen wir Effekte dieser Übergänge auf die Gesundheit von Partner(inne)n und Kindern. Besondere Aufmerksamkeit wird der möglichen Geschlechtsspezifik der Effekte gewidmet.

Theoretisches Modell: Das theoretische Modell basiert auf der Annahme, dass Übergänge im Lebensverlauf Gesundheit determinieren (Kausaleffekt) und gleichzeitig durch den Gesundheitszustand beeinflusst werden (Selektion). Dies führt im Zeitverlauf zu einer potentiell selbstverstärkenden Dynamik guter bzw. schlechter Gesundheit. Mögliche Kausalmechanismen – Ressourcen, Stressoren und Belastungen – werden in drei Arbeitspaketen untersucht:

Arbeitspaket 1 (partnerschaftsbezogene Übergänge): Hier werden Einflüsse der Entstehung und Auflösung partnerschaftlicher Lebensgemeinschaften auf Gesundheit sowie deren Determiniertheit durch Gesundheit untersucht. Dabei unterscheiden wir zwischen ehelichen und nichtehelichen Lebensformen sowie zwischen Erst- und Folgeehen.

Arbeitspaket 2 (erwerbsbezogene Übergänge): Hierbei liegt der Fokus auf Zusammenhängen zwischen beruflicher Mobilität, Arbeitslosigkeit und Gesundheit. Erstens untersuchen wir, wie berufliche Aufwärts- und Abwärtsmobilität Gesundheit beeinflusst. Im zweiten Schritt werden Effekte der Arbeitslosigkeit und des Wiedereinstiegs in den Arbeitsmarkt auf Gesundheit beleuchtet. Der Aspekt, ob Arbeitslosigkeitseffekte durch den vorherigen beruflichen Status moderiert werden, ist bislang kaum erforscht.

Arbeitspaket 3 (soziale Gesundheitsdynamiken): In diesem Arbeitspaket untersuchen wir, inwieweit andere Familienmitglieder negative Effekte beruflicher Abwärtsmobilität und von Arbeitslosigkeit abpuffern. Gleichzeitig stehen Spillover-Effekte von Übergängen eines Familienmitglieds auf die Gesundheit der anderen Familienmitglieder im Fokus.

Daten und Methode: Es werden Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), insbesondere mittels fixed effects-Panelregression für ordinale abhängige Variablen, untersucht. Zusätzlich werden soziale Kontexteffekte auf Gesundheit und Gesundheitsverhalten im familialen Kontext mittels dyadischer Analysen bestimmt.

Projektbezogene Publikationen und Vorträge

Publikationen

  • Arránz Becker, O., Loter, K. & Becker, S. (under review). Familie und Gesundheit. In Dragano, N. & Richter, M. (Hrsg.), Lehrbuch Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Wiesbaden: Springer VS.
  • Arránz Becker, O., Loter, K. & Becker, S. (2017). Familie und Gesundheit. Ein methodenkritischer Blick auf die Forschung. In Kriwy, P. & Jungbauer-Gans, M. (Hrsg.), Handbuch Gesundheitssoziologie. Wiesbaden: Springer VS.

Konferenzvorträge

201728.11. Vortrag “The emergence of health inequalities across the life course - the role of partnership transitions” im Forschungskolloquium der Universität Bamberg (zusammen mit C. Wolf und M. Mikucka)
14.11. Vortrag “Familienstand und Gesundheit – methodische Überlegungen und empirische Befunde” im Forschungskolloquium der TU Dortmund (zusammen mit C. Wolf und M. Mikucka)
20.07. Vortrag „In the maze of model specifications in panel regressions. Same data, same question, different specifications, converging conclusions?“ auf der 7th Conference of the European Survey Research Association (ESRA), Lissabon, Portugal
14.07. Vortrag “Die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheiten im Lebensverlauf – zur Rolle partnerschaftsbezogener Übergänge” im Rahmen der SOWiS-Vortragsreihe der Universität Siegen (zusammen mit C. Wolf und M. Mikucka)
28.04. Vortrag “Reproductive life courses and contextual country-level inequalities in Europe: Long-term health consequences for male and female cohorts” auf dem Annual Meeting der Population Association of America Annual Meeting (PAA), Chicago, USA (zusammen mit K. Loter)
201609.11. Vortrag “Causal influences of marital status on self-rated health. Conceptual issues and empirical findings” im Forschungskolloquium der Universität Duisburg (zusammen mit K. Loter)
14.10. “Causation or selection? Methodological challenges in longitudinal studies of divorce effects on health”, Vortrag auf dem 14th Meeting of the European Network for the Sociological and Demographic Study of Divorce, Stockholm, Schweden
28.09. “Methodische Herausforderungen bei der längsschnittlichen Modellierung von Effekten lebensverlaufsbezogener Ereignisse auf Gesundheit am Beispiel des Familienstands”, Vortrag in der Session der Sektion Medizin- und Gesundheitssoziologie “Kausalität in der Gesundheitsforschung: Modelle und empirische Evidenz” auf dem DGS-Kongress in Bamberg (zusammen mit K. Loter und S. Becker)
03.09. „Differences in Health between East and West Germans: The “Long Arm of Childhood” under Divergent Political Regimes in Germany", Vortrag angenommen für Session 810 "Children's health: Determinants and policy approaches" auf der European Population Conference (EPC), 31. August – 3. September, Mainz (zusammen mit K. Loter)
07.07. “Kausalität oder Selektion? Methodische Probleme in Längsschnittanalysen von Effekten lebensverlaufsbezogener Ereignisse auf Gesundheit am Beispiel des Familienstands”, Vortrag für die gemeinsame Veranstaltung der Sektion Soziologische Methoden und Forschungsdesigns und der Sektion Gesundheits- und Medizinsoziologie der ÖGS in Linz, Österreich (zusammen mit K. Loter und S. Becker)

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